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Faktencheck


Aktueller Faktencheck zuem Wintereinbruch im Winter:

„Die Ostluft is in kalt Luft - egal ous welcher Richtung se kimmt.“
(...ous äner unveröffentliche Studie vum ehemolische Stroßewärter Paul...)

Achim Berg, Hundheim (Hunsrück); 10. Februar 2021


Faktencheck FFP 2 Masken – Wundermittel oder Grund allen Übels ?

Da ich demnächst als sorgenfreier Ü-60er in dieser angespannten Zeit noch am übrigen Leben teilnehmen will, habe ich mir in der Apotheke, zwar verspätet, meinen Starterkit von drei FFP 2 Masken besorgt. Wie in der Apotheke üblich, fragte ich nach dem Beipackzettel und den Risiko- und Nebenwirkungen. Die einschlägigen Zulassungsnummern und wie man die Maske anlegt sei auf der Packung ersichtlich, ansonsten gibt es keinen Beipackzettel.

Zuhause habe ich dann mal nachgeschaut:
FFP 2 Particle Filtering Half Maske, CE 2163 EN 149:2001+A1:2009.
Warnung: Dieses Produkt wird nur zum Schutz vor bestimmten Partikeln verwendet. Missbrauch kann zu Krankheit oder Tod führen.

Das machte mich stutzig. Als ehemaliger Atemschutzgeräteträger musste ich beim Betriebsarzt immer Top Fitnesswerte erbringen damit ich Atemschutz anlegen durfte. Deshalb habe ich mal, wie jetzt immer üblich, einen sogenannten Faktencheck gemacht:

Die Atemluft steht in der Homosphäre recht gleichmäßig zur Verfügung. Sie enthält als Hauptbestandteile 78 % Stickstoff (N2), 21 % Sauerstoff (O2), Wasserdampf und verschiedene Edelgase sowie 0,04 % Kohlenstoffdioxid (CO2). Diese Luft wird beim Einatmen durch die Nase zusätzlich mit Wasserdampf (der aus den Schleimhäuten der Nase verdunstet) angefeuchtet.
Der Mensch setzt bei der aeroben Atmung einen Teil des in der Atemluft enthaltenen Sauerstoffs in Kohlenstoffdioxid (CO2) um. Die Ausatemluft enthält weiterhin 78 % Stickstoff (N2), aber nur noch ca. 17 % Sauerstoff (O2) und jetzt ca. 4 % Kohlenstoffdioxid (CO2) sowie rund 1 % andere Bestandteile wie beispielsweise Aceton oder Wasserstoff.
Ab etwa 5 % Kohlenstoffdioxid in der eingeatmeten Luft treten Kopfschmerzen und Schwindel auf, bei höheren Konzentrationen beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Blutdruckanstieg, Atemnot und Bewusstlosigkeit, die sogenannte Kohlenstoffdioxid-Narkose. Kohlenstoffdioxid-Konzentrationen von 8 % führen innerhalb von 30 bis 60 Minuten zum Tod.
Eine Anreicherung von Kohlenstoffdioxid im Blut wird als Hyperkapnie bezeichnet.
In deutlich höherer Konzentration führt es zur Verminderung oder Aufhebung des reflektorischen Atemanreizes, zunächst zur Atemdepression und schließlich zum Atemstillstand.

Erst war es nur die Pflegebranche, die Schutzmasken getragen hat. Seit der Maskenpflicht in Bus und Bahn, Fußgängerzonen, Geschäften und an den unterschiedlichsten Arbeitsplätzen will jeder wissen: Wie lange schützt die Maske bzw. wie oft muss sie gewechselt werden?
Es gibt keine konkreten Empfehlungen für die Tragedauer von FFP2-Masken für Privatpersonen. Allerdings gibt es Empfehlungen des Arbeitsschutzes, wie lange eine FFP2-Maske ohne Unterbrechung getragen werden kann. An diesen Empfehlungen orientiert sich auch das Robert Koch-Institut (RKI): „Gemäß Vorgaben des Arbeitsschutzes ist die durchgehende Tragedauer von FFP2-Masken bei gesunden Menschen begrenzt (siehe Herstellerinformationen, i.d.R. 75 Minuten mit folgender 30-minütiger Pause), um die Belastung des Arbeitnehmers durch den erhöhten Atemwiderstand zu minimieren“, erklärt das RKI auf seiner Seite.

Die Empfehlung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) zu den maximalen Tragezeiten, der Erholungsdauer und den nötigen Pausen bei der Nutzung von FFP2/FFP3-Masken beruht auf der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) Regel 112–190 "Benutzung von Atemschutzgeräten".
Hiernach beträgt die maximale Tragezeit grundsätzlich längstens zwei Stunden mit anschließender Mindesterholungsdauer von 30 Minuten.
Bei einer FFP-Maske ohne Ausatemventil beträgt die maximale Tragezeit längstens 75 Minuten mit anschließender Mindesterholungsdauer von 30 Minuten.

Die Angaben der Hersteller zur Tragedauer sind nur Richtwerte. Die Berechnungen des Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) haben ergeben, dass sich die Tragedauer einer Maske bei anstrengender körperlicher Arbeit verringert. So müssen z. B. Pflegekräfte je nach Tätigkeit die Maske 5x öfter wechseln als Beschäftigte in der Klinikverwaltung.

Ist die Maske durchfeuchtet, dann wird sie sogar zum Risiko. Sie schützt nicht mehr sicher vor einer Infektion – egal, ob es sich um eine selbstgenähte Mund-Nasen-Bedeckung (MNB), einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) wie z. B. eine OP-Maske oder eine FFP-2-Schutzmaske handelt. Je feuchter die Maske durch Atmen oder Schweiß wird, desto mehr lässt ihre Filter- und Schutzwirkung nach. Im Gegenzug nimmt die Verkeimung zu. Das bedeutet, das eine durchfeuchtete Maske zur Infektionsbrücke wird, wenn beim Niesen oder Husten Tröpfchen von der Außenfläche in die Umgebung geschleudert werden.


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Liebe Entscheidungsträger, wenn die Klagewelle rollt, sagen sie nicht sie hätten es nicht gewußt.

Ich will joh nix sahn, awa mer kann mol driewer schwätze.
Achim Berg, Hundheim (Hunsrück); 23. Januar 2021

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